Kommentar zum russischen Rückzug aus Syrien
Alle Macht hat Putin

Die Terrormiliz »IS« heldenhaft niedergerungen, Abzug der siegreichen russischen Truppen mit Glanz und Gloria: Das ist das Bild, das Wladimir Putin bei seinem Truppenbesuch in Syrien in der Öffentlichkeit zeichnen will. Wenige Tage nach seiner Ankündigung, erneut für das russische Präsidentenamt zu kandidieren, kann er damit vor allem in der Heimat punkten.

Dienstag, 12.12.2017, 10:15 Uhr aktualisiert: 12.12.2017, 10:20 Uhr
Truppenbesuch im syrischen Hmeimim: der russische Präsident Wladimir Putin (rechts) und der syrische Präsident Baschar al-Assad. Foto: dpa
Truppenbesuch im syrischen Hmeimim: der russische Präsident Wladimir Putin (rechts) und der syrische Präsident Baschar al-Assad. Foto: dpa

Doch es lohnt sich, Putins Worte genau zu prüfen: »Ein großer Teil« des russischen Militärkontingents werde abgezogen, sagt der russische Präsident – und verschweigt, wie groß die verbleibende Truppe sein wird. Denn klar ist: Ohne Russland geht gar nichts in Syrien. Präsident Baschar al-Assad ist Putin auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Selbst mit einem reduzierten Truppenkontingent bleibt Russland die eigentliche Macht in Syrien.

Von einem Frieden ist das vom Bürgerkrieg zerrissene Land noch weit entfernt. Ob der von Russland angestrebte »Kongress der Völker Syriens« daran etwas zu ändern vermag, ist vollkommen ungewiss. Absehbar ist nur eines: Die syrischen Flüchtlinge können noch lange nicht auf die Rückkehr in ihre Heimat hoffen.

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