Kommentar zur IG Metall
Sterne stehen günstig

Für die Mitarbeiter der Metall- und Elektroindustrie geht es nicht nur um mehr Geld, sondern um ein neues Arbeitszeitmodell, das Geschichte schreiben könnte. Es geht um das Recht, im Job zeitweise kürzer zu treten, um anschließend wieder in Vollzeit zu wechseln.

Dienstag, 26.12.2017, 21:30 Uhr
Arbeiter stehen bei einem Warnstreik um eine Feuertonne mit dem IGM-Logo (Symbolbild). Foto: Axel Heimken/dpa
Arbeiter stehen bei einem Warnstreik um eine Feuertonne mit dem IGM-Logo (Symbolbild). Foto: Axel Heimken/dpa

Es wäre eine Revolutionierung der Arbeitswelt. Kein Wunder, dass der Ton zwischen den Tarifpartnern der Branche deshalb schon an Schärfe gewinnt, noch bevor die Verhandlungen richtig in Gang gekommen sind.

Die IG Metall hat gute Karten. Zum einen, weil sich die deutsche Wirtschaft in einem Dauerhoch befindet. Auch in der Metall- und Elektroindustrie sind die Auftragsbücher randvoll. Einen längeren Arbeitskampf dürften die Unternehmen schwerlich riskieren. Zum anderen hat die IG Metall mit ihrer Forderung den Nerv einer Gesellschaft getroffen, in der man sich durch Arbeitsverdichtung und ständige berufliche Verfügbarkeit einer wachsenden psychischen Belastung ausgesetzt sieht.

Und die IG Metall liefert dafür die tarifpolitische Begleitmusik. So betrachtet, stehen die Sterne für eine Revolutionierung der Arbeitswelt auch politisch günstig.

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