Kommentar zu Trump in Davos
Sanfte Töne

Die Handelskriegserklärung ist ausgeblieben, Donald Trump rüstet verbal ab. In Davos redete er mit Kreide in der Stimme, ergänzte sein Credo »Amerika zuerst« um den Hinweis, das bedeute nicht »Amerika allein«.

Freitag, 26.01.2018, 21:30 Uhr
US-Präsident Donald Trump. Foto: dpa/Laurent Gillieron
US-Präsident Donald Trump. Foto: dpa/Laurent Gillieron

Ist diese Rede ein Grund zur Entwarnung? Mitnichten. Wenn es wieder schlechter laufen sollte für Trump, kann die Stimmung jederzeit umschlagen. Vielleicht ist er im Moment einfach beeindruckt, dass Europa recht einheitlich auf seine protektionistischen Ausfälle reagiert hat. In Brüssel werden harte Antworten vorbereitet, von WTO-Klagen bis zu Gegen-Strafzöllen.

Der Welthandel, da hat Trump recht, muss fair sein. Einige, allen voran China, sind es an vielen Stellen nicht. Nur wird man die Konflikte nicht im Gegeneinander lösen. So wenig, wie man eine Wirtshauskeilerei beruhigt, wenn man selbst mitprügelt. Sondern nur in Verhandlungen, im fairen Ausgleich. Die Welthandelsorganisation WTO ist dafür das richtige Forum. Und nicht zuletzt: Nationen, die miteinander handeln, die schießen nicht aufeinander. Angela Merkel hat darauf in Davos hingewiesen. Trump nicht.

Kommentare

Custodis  schrieb: 27.01.2018 08:08
Sanfte Töne
Wer glaubt, Trump würde nun umdenken, der irrt. Er wird weiterhin, den Freihandel und den Nutzen der Globalisierung in Frage stellen und das Handelsdefizit der USA "bekämpfen". Warum sollte er in Davos Flagge zeigen, nachdem ihm Vertreter der europäischen Industrie ihr zukünftiges Engagement in den USA am Vorabend seines Auftritts in Davos angedient haben, was Trump mit seinem Standardsatz "it`s great" freudig begrüsst hat. Als nächstes "Kampfgebiet" wird er sich das Abkommen "NAFTA" vornehmen, das nach seiner Meinung ganze Bundesstaaten deindustrialisiert hätte und weiterhin gegen den "Job-Export" wettern. Sein Thema sind die "Neuverhandlungen". Ggfs. wird er auch seine Mitgliedschaft in der WTO in Frage stellen. Eine primäre Zielrichtung wird dabei China sein, das sicherlich nicht ganz unglücklich über Neuhandlungen sein dürfte. Sie streben schon lange ein Aufbrechen in der Investitionsbeschränkungen in den USA an.
1 Kommentare
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