Kommentar zu Söders Vorschlag
Nicht durchdacht

Wie sagt man in Bayern: »A Hund is a scho«, der Markus Söder. Ein schlauer Kerl. Er will nicht nur eine Begrenzung der Amtszeit für sich als Ministerpräsidenten einführen, sondern jetzt auch für den Regierungschef im Bund. Das beim politischen Aschermittwoch zu fordern, ist eine feine Spitze gegen die Langzeit-Kanzlerin Angela Merkel. Und diejenigen, die von Merkel genug haben, werden jetzt rufen: »Guad so!«

Mittwoch, 14.02.2018, 21:37 Uhr aktualisiert: 14.02.2018, 21:40 Uhr
Markus Söder. Foto: dpa.
Markus Söder. Foto: dpa.

Klingt ja auch nicht schlecht, weil eine Begrenzung dazu führen könnte, dass ein Bundeskanzler der Amtsmüdigkeit entgeht und zumindest in seiner zweiten Legislaturperiode politisch das probiert, was er tatsächlich für notwendig hält. Doch mal ehrlich: Ein Kanzler, der erst dann beginnt, gute Arbeit zu leisten, wenn er nicht wiedergewählt werden kann, hat den falschen Beruf ergriffen.

Söder vergisst zudem etwas Entscheidendes: Die Begrenzung einer Kanzlerschaft wäre eine reine Lex Union. Denn die Regierungschefs, die bislang am längsten regiert haben, stammen alle von der CDU. Dass die ein Kanzlerwahlverein geworden ist, ist ein Problem, das sie nur selbst lösen kann – und muss.

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