Kommentar zum Prozess in Bielefeld um Polizei-Gewalt
Geständnis zweiter Klasse

Der Polizist aus Herford hat vor dem Landgericht Bielefeld gestanden, einen Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle zu Unrecht angegriffen zu haben. Das ist ihm zugute zu halten. Doch es ist ein Geständnis zweiter Klasse. Denn erstens kommt es reichlich spät und zweitens nur auf Druck zustande. Erst als die Richterin signalisierte, die erste Version reiche nicht aus, räumte der 41-Jährige die Vorwürfe vollumfänglich ein.

Montag, 07.05.2018, 21:30 Uhr
Symbolbild. Foto: Thomas F. Starke
Symbolbild. Foto: Thomas F. Starke

Zuvor hatte er versucht, sein Handeln – Faustschlag gegen den Kopf, Pfefferspray ins Gesicht – zu rechtfertigen. Diese Strategie war bereits im ersten Prozess nach hinten losgegangen – zu erdrückend sind die Beweise.

Wie glaubwürdig ist dieses Schuldbekenntnis? Im Gerichtssaal hatte man den Eindruck, der Angeklagte bestätige nur widerwillig die Erklärung seines Verteidigers. Er vermittelte stattdessen den Eindruck, er sei das Opfer. Vier Jahre liegt der Vorfall zurück. Gelernt hat der Beamte daraus offenbar nur wenig. Echte Einsicht zumindest sieht anders aus. Dabei geht es um nichts weniger als seinen Job. Doch es dürfte nach dem gestrigen Auftritt nicht unbedingt leichter geworden sein, diesen zurückzubekommen.

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