Kommentar zu »Me Too«
Weinsteins Fall

Harvey Weinstein tut das, was übergriffige Männer mit Macht schon immer getan haben: Er streitet vor Gericht alle Vorwürfe ab und behauptet, die Frauen hätten die sexuellen Handlungen gewollt. Oder mindestens nichts dagegen gehabt.

Samstag, 26.05.2018, 16:54 Uhr aktualisiert: 27.05.2018, 16:56 Uhr
US-Filmproduzent Harvey Weinstein (rechts) steht bei einem Gerichtsverfahren in einem Gerichtssaal neben seinem Anwalt Benjamin Brafman. Foto: dpa
US-Filmproduzent Harvey Weinstein (rechts) steht bei einem Gerichtsverfahren in einem Gerichtssaal neben seinem Anwalt Benjamin Brafman. Foto: dpa

Dass er angesichts der Fülle der Fälle und der Glaubwürdigkeit seiner Anklägerinnen damit vor Gericht durchkommt, scheint unwahrscheinlich. Unterbewusst dürfte Weinstein das klar gewesen sein, als er zu dem ersten strafrechtlichen Verfahren in New York mit drei dicken Büchern unter dem Arm erschien.

Mindestens so wichtig wie die strafrechtliche Aufarbeitung des Falls Weinstein ist sein Signal-Charakter für die »Me Too«-Bewegung. Männer, die ihre Macht für sexuelle Avancen missbrauchen, dürfen künftig nicht mehr damit rechnen, mit einem Kavaliersdelikt davonzukommen.

Ganz gleich, ob Filmproduzent, Sporttrainer, Professor, Wirtschaftsboss oder Politiker.

Der tiefe Fall des Film-Moguls markiert das Ende eines Tabus, das hoffentlich zu einer Verhaltensänderung führt. Denn, nein, es ist nicht okay, wenn die Würde einer Person von großen und kleinen Weinsteins dieser Welt verletzt wird.

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