Kommentar zur EU-Entsenderichtlinie
Fortschritt mit Macken

Es stimmt: Die neue Entsenderichtlinie ist eine großartige soziale Errungenschaft in der EU, die das Problem des Lohndumpings aber nicht beseitigen kann. Sowohl die Befürworter als auch die Kritiker haben Recht.

Dienstag, 29.05.2018, 21:30 Uhr
Erntehelfer pflücken Erdbeeren auf einem Feld. Foto: dpa
Erntehelfer pflücken Erdbeeren auf einem Feld. Foto: dpa

Denn auch wenn nun die Gast-Beschäftigten aus anderen EU-Staaten nicht mehr auf den Mindestlohn reduziert werden dürfen, sondern alle Gehaltsleistungen im Zielland bekommen müssen, so scheiden sich die Geister eben doch weiterhin bei der Lohnsteuer und den Sozialleistungen. Es bleibt dabei, dass Beschäftigte aus Ländern beispielsweise im Osten für hiesige Unternehmen auch in Zukunft billiger sind.

Das Problem ist nicht lösbar, so lange sich die Mitgliedstaaten nicht auf eine Harmonisierung von Lohn- und Einkommensteuer sowie eine leichte Übertragbarkeit von Ansprüchen und Leistungen ihrer Sozialsysteme verständigen – beides wird noch für viele Jahre eine Illusion bleiben.

Das schmälert die Reform der Entsenderichtlinie nicht, macht sie allerdings auch nicht zu dem großen Wurf, auf den viele gehofft hatten.

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