Kommentar zu Fahrverboten in Hamburg
Luft und Bordsteinkante

Warum sich die betroffenen Autofahrer ziemlich schwertun damit, Vertrauen in die Politik und ihren Umgang mit der Dieselkrise zu haben, zeigt zunächst das Beispiel Hamburg. In der Hansestadt treten jetzt die ersten Fahrverbote überhaupt in Deutschland für Dieselfahrzeuge in Kraft. Aber nur für zwei Straßen.

Mittwoch, 30.05.2018, 21:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Doch Luftverschmutzung stoppt nicht an der Bordsteinkante; schon gar nicht, wenn man Ausweichrouten vorschlägt. Insofern kann man jene verstehen, die das Vorgehen Hamburgs in der Form für Unsinn halten.

Vertrauen werden viele Besitzer älterer Fahrzeuge auch nicht in die Bundesregierung haben. Wie auch. Sie spricht nicht mit einer Stimme, auch handelt sie nicht gemeinsam. Da gibt es Umweltministerin Schulze (SPD). Ihr Ressort lässt keine Gelegenheit aus, von den Herstellern mehr zu fordern als nur Softwareupdates; es will Hardwarenachrüstungen, von denen Verkehrsminister Scheuer (CDU) nichts hält. Kurzum: Der Streit verstärkt lediglich den Eindruck, dass die Regierung die Krise nicht in den Griff bekommt.

Der Dieselfahrer bleibt damit der Dumme. Und das wohl noch auf lange Zeit.

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