Meinung
Kalkuliert provoziert

Okay, dann sind auch die Textzeilen von Kollegah und Farid Bang also durch die vom Grundgesetz garantierte Freiheit der Kunst geschützt. Jene Zeilen, die viele frühere »Echo«-Musikpreisträger bewogen haben, ihre Auszeichnungen zurückzugeben. Weil sie sich geschämt haben, mit solchen Künstlern in einer Reihe zu stehen, mit solcher Dummheit und geschichtlicher Ignoranz.

Sonntag, 17.06.2018, 21:30 Uhr
Provetieren von der Freiheit der Kunst: Skandalerapper Farid Band und Kollegah. Foto: dpa
Provetieren von der Freiheit der Kunst: Skandalerapper Farid Band und Kollegah. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat die Texte auf ihre strafrechtliche Relevanz geprüft und ist zu der Einschätzung gekommen, dass sie diesbezüglich nicht angreifbar seien. Geschmacklos, menschenverachtend, voller Gewaltfantasien zwar – aber das zählt ja nicht. Welche Wirkung die kalkulierte Provokation hart am Rande der Strafbarkeit auf das Ganze hat, lässt sich derzeit beobachten. Der Konsens weicht, die Diskussion verroht, der Rechtsstaat wird verhöhnt. Gangster-Rapper und Populisten wie AfD-Chef Alexander Gauland mit seiner »Vogelschiss«-Rede ziehen da an einem Strang.

Ach ja, gegen die Entscheidung der Staatsanwälte ist noch Beschwerde möglich. Wenigstens das.

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