Kommentar zur Festnahme bei Audi
Neue Dimension

Die Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler gibt der Diesel-Affäre eine neue Dimension: Das ist Kriminalität, schwere Wirtschaftskriminalität. Hier geht es nicht um ein paar kleine Mogeleien.

Montag, 18.06.2018, 21:30 Uhr
In Untersuchungshaft: Rupert Stadler. Foto: dpa
In Untersuchungshaft: Rupert Stadler. Foto: dpa

Es geht um den Verdacht der Marktmanipulation zum Schaden der eigenen Aktionäre, um Massenbetrug an hunderttausenden Käufern, um den Verstoß gegen Umweltregeln und um die gesundheitliche Beeinträchtigung von Bürgern.

Das alles sind keine Peanuts, um ein Lieblingswort aus Managerkreisen zu gebrauchen. Trotz der Unschuldsvermutung, die selbstverständlich auch im Fall Rupert Stadler gelten muss: Eine Verhaftung wegen Verdunkelungsgefahr ist mehr als ein bloßer Verdacht. Es bedeutet, dass dieser Verdacht gerichtlich geprüft und nicht unbegründet ist.

Zu hoffen ist, dass die Politik diesen Schuss endlich hört. Bisher hat sie so getan, als sei der Dieselskandal ein Ausrutscher, ein Betriebsunfall in einer ansonsten wie geschmiert schnurrenden Vorzeigebranche. Keine Blaue Plakette, keine Fahrverbote, keine Pflicht zur Nachrüstung. Diese Milde hat die Autobranche nicht verdient.

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