Kommentar zum Asylstreit
Koalition im Niedergang

Das sind massive Auflösungserscheinungen in der Großen Koalition. Jetzt droht jeder schon jedem.

Freitag, 22.06.2018, 21:30 Uhr
Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Angela Merkel beim Sondergipfel am Sonntag die bilateralen Abkommen erreicht, um die CSU mit Horst Seehofer besänftigen zu können. Foto: dpa
Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Angela Merkel beim Sondergipfel am Sonntag die bilateralen Abkommen erreicht, um die CSU mit Horst Seehofer besänftigen zu können. Foto: dpa

Innenminister Horst Seehofer (CSU) fühlt sich inzwischen so allmächtig, dass er sogar glaubt, die EU »wachgeküsst« zu haben. Das stimmt natürlich nicht. Schließlich wird seit drei Jahren in der Gemeinschaft um Lösungen in der Flüchtlingskrise gerungen.

Auf der anderen Seite ist SPD-Chefin Andrea Nahles inzwischen so frustriert, dass sie von »Mätzchen« spricht, die sie nicht länger hinnehmen will. Wenn sie konsequent wäre, müsste sie nicht nur Neuwahlen insgeheim durchspielen lassen, sondern sagen: Die SPD verlässt die Koalition der Streithähne. Soweit geht Nahles nicht.

Und Angela Merkel? Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass die Kanzlerin und CDU-Chefin beim Sondergipfel am Sonntag die bilateralen Abkommen erreicht, um die CSU besänftigen zu können. Ohnehin hat sich der Eindruck verstärkt, dass die CSU gar nicht mehr besänftigt werden will. Weil sie der Kanzlerin überdrüssig ist. Die Koalition befindet sich im Niedergang.

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