Kommentar zum ICE-Sprinter
Machtlos

So gut es ist, dass sich Vertreter der Region für den Halt des geplanten ICE-Sprinters in Bielefeld einsetzen, so aussichtslos ist das Unterfangen. Denn nicht einmal das Land, geschweige denn ein Gremium wie der Detmolder Regionalrat, hat die Möglichkeit, direkt Einfluss auf Planungen der Bahn zu nehmen.

Montag, 25.06.2018, 21:30 Uhr
Die ICE-Sprinterlinie soll Köln und Berlin ab 2020 miteinander verbinden. Foto: dpa
Die ICE-Sprinterlinie soll Köln und Berlin ab 2020 miteinander verbinden. Foto: dpa

Das weiß man in Detmold auch. Deshalb beinhaltet die gestern verabschiedete Resolution die Forderung nach einem Gesetz zur Gestaltung des Bahnfernverkehrs, wie es der Bundesrat bereits anstrebt. Das wird aber an der Tatsache nichts ändern, dass man in OWL den ICE-Sprinter künftig nur bei der Durchfahrt bestaunen kann – halten wird er hier nicht.

Dafür aber möglicherweise in Wuppertal oder Hagen, alles andere als Metropolen, hinter denen Bielefeld zurückstehen müsste. Dort könnte allerdings das erwartete Gros der Fahrgäste aus dem einwohnerstärkeren Ruhrgebiet zusteigen. So rechnet die Bahn.

Es geht beim ICE-Sprinter ­– zumindest für Politiker vor Ort – aber auch um Prestige und Regionalpatriotismus. Somit hat die Bahn mit ihren Plänen zumindest eines erreicht: Die Region rückt in einer Streitfrage erneut zusammen.

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