Kommentar zum Lebensversicherungs-Urteil
Notmaßnahme

Die klassische Lebensversicherung war einst der Deutschen liebstes Anlageprodukt. Das ist vorbei. Wie es überhaupt abseits von Aktienbörse und Wagniskapital kaum noch Anlageprodukte gibt, die den sparsamen Menschen begeistern!

Mittwoch, 27.06.2018, 21:30 Uhr
Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Foto: dpa
Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Foto: dpa

Um die Reserven zu schützen und das Produkt Lebensversicherung überhaupt am Leben zu halten, wies der Bundestag 2014 die Versicherungen an, ausscheidende Kunden weniger üppig an jenen Kursgewinnen zu beteiligen, die mit ihrem Geld erwirtschaftet wurden – aber heute nicht mehr zu erzielen sind. Die Enttäuschung ist verständlich. Schließlich sind die höheren Zahlungen individuell eingeplant.

Jahrzehntelang warben Politiker und Finanzwirtschaft für die private Altersvorsorge. Die Bundesrichter tun mit dem Urteil das Gegenteil. Aber sie sind nicht verantwortlich – so wenig wie der Bundestag. Verantwortlich ist der Nullzinskurs der Zentralbank.

Dass die Bundesregierung ausgerechnet jetzt die Provisionen für neue Lebensversicherungen deckeln will, ist ein richtiges Signal. Am eigentlichen Problem wird sich dadurch fast nichts verändern.

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