Kommentar zum Kommunionsstreit
Keine Verlierer

Cuius regio, eius religio« (»Wessen Gebiet, dessen Religion«) hieß in der Zeit der Reformation ein Grundsatz, nach dem der Herrscher eines Landes die Konfessionszugehörigkeit seiner Untertanen bestimmte. So dramatisch ist es nicht, was jetzt in der katholischen Kirche passiert. Künftig kann aber jede Diözese für sich bestimmen, ob sie evangelische Ehepartner zur Kommunion zulässt, gerade so, wie es das jeweilige geistliche Oberhaupt für richtig hält.

Mittwoch, 27.06.2018, 21:31 Uhr aktualisiert: 27.06.2018, 21:34 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Das dürfte zu einem kuriosen Flickenteppich auf der Landkarte des deutschen Katholizismus führen, der die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht gerade befördert. Es wäre besser, wenn sich die Bischöfe auf eine einheitliche Linie verständigt hätten. Zumal in vielen Gemeinden die Teilnahme evangelischer Ehepartner an der Eucharistie bereits Praxis ist.

Gutes hat der jetzt gefundene Kompromiss dennoch: Niemand geht aus dem Streit als Verlierer hervor. Und die Evangelische Kirche sieht darin ein Signal für die Ökumene. »Man ist geneigt, von einem kleinen Schritt in der Ökumene, aber einem großen Schritt für die katholische Kirche zu sprechen«, kommentierte die EKD gestern in einer Stellungnahme. Wie wahr.

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