Kommentar zum Fall Safia S.
Gesetz anpassen

Gewaltbereiter Salafist und damit eine Bedrohung für uns alle – das wird man nicht notwendigerweise erst als Jugendlicher oder Heranwachsender. Das zeigt der Fall Safia S.

Freitag, 29.06.2018, 21:30 Uhr
Am Nordwestausgang des Hauptbahnhofs von Hannover hatte die damals 15-Jährige einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt. Foto: Holger Hollemann
Am Nordwestausgang des Hauptbahnhofs von Hannover hatte die damals 15-Jährige einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt. Foto: Holger Hollemann

Die deutsch-marokkanische Schülerin war 15, als sie vor zwei Jahren in Hannover einem Polizisten ein Messer in den Hals rammte – nach Absprache mit dem »IS«, wie der Bundesgerichtshof im April feststellte.

Schon als Siebenjährige in Propagandavideo

Safia S. war nicht über Nacht zur Terroristin geworden: Schon als Siebenjährige trat sie mit dem Prediger Pierre Vogel in einem Propagandavideo auf. Ein Kind, das radikalisiert wurde.

Dass der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz keine Akten über solche Kinder führen darf, ist ein Witz. Denn Safia S. ist kein Einzelfall: Aus den früheren Kampfgebieten des »IS« kehren immer mehr deutsche Salafisten mit Kindern zurück, die radikalisiert sind, die vielleicht sogar selbst schon Verbrechen begangen haben.

Nordrhein-Westfalen sollte schnell sein Verfassungsschutzgesetz ändern, um auch solche Kinder auf dem Schirm zu haben – zur Terrorabwehr, aber auch, um diese Kinder nach Möglichkeit in ein normales Leben zurückzuführen.

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