Kommentar: Die Kirche und der Missbrauch
Öffnet die Archive!

Die bislang bekannten Ergebnisse der Missbrauchsstudie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz sind in ihrem Ausmaß erschreckend. Man muss aber annehmen, dass der Horror in katholischen Einrichtungen viel größer war.

Sonntag, 23.09.2018, 21:26 Uhr aktualisiert: 23.09.2018, 21:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Die eigenartige Mischung aus Umfrage und Selbstauskunft blieb in ihren Möglichkeiten so eingeschränkt, dass es unwahrscheinlich ist, dass sie die tatsächlichen Zahlen hervorgebracht hat.

2010 hatte der Leiter des Berliner Canisius-Kollegs Missbrauchsfälle an dem katholischen Internat aus den 70er und 80er Jahren öffentlich gemacht. Bald neun Jahre später haben Kirchenmitglieder wie Gesamtgesellschaft immer noch nur eine ungefähre Vorstellung, wie schlimm es wirklich zuging in kirchlichen Einrichtungen. Weiter fehlt es an der Bereitschaft zu rückhaltloser Aufklärung. Solange jedes Bistum für sich entscheidet, wie ermittelt wird, bleibt das Ganze halbherzig. Deshalb muss es für alle heißen: Öffnet die Archive!

Es wäre ein Hoffnungsschimmer, wenn die Ankündigung aus Köln so verstanden werden dürfte. Und wenn sie nicht die letzte bliebe.

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