Kommentar zum Gesetzespaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Vor dem Praxistest

Es ist aller Ehren wert, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Kassenpatienten per Gesetz zu schnellerer Behandlung verhelfen will. Allerdings birgt sein vom Kabinett verabschiedeter Entwurf auch Risiken und Nebenwirkungen.

Mittwoch, 26.09.2018, 21:30 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: dpa
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: dpa

Die Grundidee besteht darin, niedergelassene Mediziner mittels einer besseren Honorierung zur Behandlung von mehr Patienten zu bewegen. Das ist sicher nicht verwerflich. Denn Leistung soll sich schließlich auch lohnen. Wird zum Beispiel ein neuer Patient angenommen, winkt eine höhere Vergütung. Doch den Nachteil haben dann womöglich angestammte Patienten, die auf Folgetermine angewiesen sind. Auch Patienten, die über eine Terminservicestelle vermittelt werden, sollen den Praxisärzten künftig mehr Geld bringen. Im Umkehrschluss könnte es weniger erfolgversprechend werden, direkt beim Facharzt um einen Termin zu bitten. Denn in einem solchen Behandlungsfall bleibt für den Mediziner finanziell alles beim Alten.

Interessant wird also der Praxistest. Sollte sich Spahns Vorlage nicht bewähren, muss nachgesteuert werden.

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