Di., 09.10.2018

Kommentar zum Datenleck bei Google Vertrauen verspielt

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Thomas Lunk

Google Plus schließt für Verbraucher: Damit ist der Versuch des Suchmaschinengiganten auch offiziell gescheitert, Facebooks Quasi-Monopol bei klassischen sozialen Netzwerken anzugreifen. Schon lange ist Google Plus eher tot als lebendig , es ist weder sexy genug noch hat es die Alleinstellungsmerkmale, um Nutzer von Facebook wegzulocken.

Auslöser ist ein Datenleck, das zwar nicht die Dimensionen des Cambridge-Analytica-Skandals hat, aber Parallelen aufweist. Unabhängig von der rechtlichen Bewertung hat Google viel Vertrauen der Nutzer verspielt.

Womöglich ist die Lücke nicht missbraucht worden. Trotzdem hätte der US-Konzern die Pflicht gehabt, seine Kunden unverzüglich zu informieren und nicht die Informationen ein halbes Jahr zurückzuhalten, in der Hoffnung, nicht die erhöhte Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zu ziehen. Mindestens als vertrauensbildende Maßnahme. Die Datenschutzgrundverordnung hat diese Informationspflicht jetzt in Gesetzesform gegossen: Dass das richtig und notwendig ist, beweisen die Ereignisse. Und auch, dass wir als Kunden gut beraten sind, so wenig Daten wie möglich preiszugeben.

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