Fr., 12.10.2018

Kommentar zu Trump, Saudi-Arabien und die Türkei Zynisches Kalkül

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Thomas J. Spang

Der eine hielt aus lächerlichen Gründen über Monate den Pfarrer einer kleinen Gemeinde bei Izmir fest. Der andere steht in Verdacht, den Auftrag für eine geheime Kommandoaktion gegen einen Regimekritiker in Istanbul gegeben zu haben. Beide buhlen um Anerkennung eines Dritten, der den Autokraten Erdogan und den designierten Thronfolger bin Salman um ihre Willkürregime beneidet. Donald Trump signalisiert, er sei bereit, die Missetaten zu vergeben und vergessen, wenn es im Interesse seiner Agenda sei.

Menschenrechte fordert Trump nur dann ein, wenn es, wie im Fall des Fundi-Pastors Brunson, Wählerstimmen bei den Evangelikalen mobilisiert. Einen milliardenschweren Waffendeal will der US-Präsident wegen des Schicksals eines Regime-Kritikers dagegen nicht aufs Spiel setzen.

Doch dieses zynische Kalkül könnte im Kongress an seine Grenzen stoßen. Dort gibt es noch ein paar Republikaner, die ihr Gewissen nicht ganz auf dem Altar dumpfer »Amerika-Zuerst«-Politik geopfert haben. Falls es im November zu einem Wechsel der Mehrheit in einer der beiden Häuser kommt, dürften die Waffengeschäfte mit Riad blockiert werden.

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