Fr., 09.11.2018

Ein Kommentar zur Erinnerung an die Progromnacht 1938 Pogrom und Protest

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Man kann nicht oft genug daran erinnern: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 haben deutsche Nationalsozialisten Juden angegriffen, gedemütigt, ihre Synagogen und ihre Geschäfte zerstört.

Wie wichtig die Erinnerung daran ist, zeigt sich an der geplanten Demonstration von Holocaust-Leugnern für die in Bielefeld einsitzende Nazi-Frau Ursula Haverbeck. Äußerer Anlass ist deren 90. Geburtstag. Das Demonstrationsrecht lässt das zu, solange keine verbotenen Symbole verwendet werden.

Bielefeld aber ist es den historischen Opfern des Nationalsozialismus und den heutigen Opfern rassistischer und fremdenfeindlicher Übergriffe schuldig, dass alte und neue Rechtsextreme nicht das Straßenbild beherrschen. Zwar hat jeder, der in der Woche hart arbeitet, das Recht sich am Wochenende zu erholen. Und eigentlich sind die City-Händler aufs Wochenendgeschäft angewiesen. Doch es gibt Verpflichtungen, die sind wichtiger.

Erinnerung ist gut. Aber Demokraten müssen im November 2018 auch Flagge zeigen – selbst an einem Samstag und selbst bei Regen.

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