Do., 08.11.2018

Ein kommentar zu Manfred Weber Webers Last

Manfred Weber von der CSU.

Manfred Weber von der CSU. Foto: dpa

Von Detlef Drewes

Manfred Weber ist eine gute Wahl. Der CSU-Politiker als Frontmann der europäischen Christdemokraten bei der Europawahl – das kann funktionieren.

Aber der Weg bis zur Europawahl wird kein Zuckerschlecken. Das liegt keineswegs nur an Herausforderungen, die in den kommenden Monaten auf die EU zukommen. Auch die Christdemokraten selbst müssen sich erst noch finden. Mit Angela Merkel geht eine der wichtigsten Persönlichkeiten dieser Parteienfamilie in wenigen Wochen von Bord. Dass Horst Seehofer ihr folgen wirst, ist absehbar.

Weber steht bereits für diese Erneuerung. Er mag für Kompromisse plädieren. Aber er meint damit deutliche Positionen – genau das, was den Christdemokraten in vielen Fragen fehlte, um sich scharf und deutlich von Nationalisten und Populisten abzugrenzen. Dass dieser Schritt nicht nur notwendig sein, sondern auch schmerzhaft werden könnte, beginnen einige zu ahnen.

Wenn die C-Parteien keinen Schaden nehmen wollen, müssen sie sich von jenen Kräften befreien, für die Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Menschenrechte und auch Solidarität mit anderen EU-Ländern Fremdworte sind.

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