Kommentar zum Digitalpakt
Bizarrer Streit

Die Lehrer arbeiten vornehmlich mit Smartboards, einer interaktiven Tafel. Und die Lehrbücher sind demnächst auch digital. So ist das in Estland. Dort gehört das digitale Klassenzimmer zum Bildungsalltag. In Deutschland dagegen müssen sich Schüler im Unterricht mit museumsreifen Computern herumplagen. Breitbandanschluss? WLAN? Fehlanzeige.

Mittwoch, 05.12.2018, 20:45 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 20:50 Uhr
Ein Gymnasiast rechnet eine Gleichung mit iPad, Stift und Papier im Matheunterricht (Symbolfoto). Foto: Britta Pedersen/dpa
Ein Gymnasiast rechnet eine Gleichung mit iPad, Stift und Papier im Matheunterricht (Symbolfoto). Foto: Britta Pedersen/dpa

Umso bizarrer wirkt der Streit, den Bund und Länder beim sogenannten Digitalpakt für Deutschlands Schulen aufführen. Nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin haben sich die Fronten hier sogar noch weiter verhärtet. Nicht wenige Ministerpräsidenten malen das Gespenst einer zentralistischen »Einheitsschulpolitik« an die Wand, und alle gemeinsam lehnen die Festschreibung einer paritätischen Finanzierung ab. So droht der Digitalpakt grandios zu scheitern.

Eltern und Schüler werden darüber nur den Kopf schütteln. Ihnen ist es herzlich egal, aus welcher Kasse das dringend benötigte Geld für den digitalen Schulausbau genau kommt. Hauptsache, es kommt überhaupt. Bund und Länder müssen dringend eine Lösung finden. Sonst heißt es: Setzen, sechs.

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