Mo., 24.12.2018

Kommentar zum DSC Das Jahr endet, der Traum auch

Das Zuhause der Arminia: die Alm im Bielefelder Westen.

Das Zuhause der Arminia: die Alm im Bielefelder Westen. Foto: Thomas F. Starke

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Mit einem 0:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth ging’s los, mit einem 1:2 gegen den 1. FC Heidenheim hörte es auf. Dazwischen ist so einiges passiert in diesem 2018 für Arminia Bielefeld.

Über allem steht: Durch die Schaffung des Bündnis Ostwestfalen und der daraus folgenden massiven Unterstützung hat sich der Fußball-Zweitligist aller wesentlichen Schulden entledigt. Sportlicher Überschwang ist daraus allerdings nicht entstanden, im Gegenteil. Die Mannschaft kämpft gegen den erneuten Abstieg aus der 2. Liga, nicht im geringsten war damit gerechnet worden.

Weil Weihnachten ansteht, ist eine kleine Dosis Schönreden so gerade tolerabel. Es sind die anderen, sprich: Ingolstadt, Magdeburg, Duisburg und Sandhausen, die den Bielefeldern mit ebenfalls anhaltenden Misserfolgen die schlimmsten Befürchtungen ersparen. Und doch stimmt es am Ende des Jahres überhaupt nicht für den DSC Arminia, zu sehr lasten die vielen Niederlagen auf den Schultern eines Klubs, der sich weit mehr zugetraut hatte als Position 14 mit Blickkontakt nach unten.

Wer im Frühjahr begeistert mit Trainer Jeff Saibene bis 2021 verlängert und sich nur ein paar Monate später dazu gezwungen sieht, den Chefcoach auszutauschen, hat in diesem Fußball-Jahr dann doch viele Federn gelassen. Zu vergessen ist auch nicht: Schon Platz vier in der letzten Abschlusstabelle im Mai wäre bei einem Sieg weniger bloß noch Rang neun und bei minus zwei Erfolgen nur Platz zwölf gewesen. So etwas wie Besitzstandwahrung gibt es nicht, in der 2. Liga wird gnadenlos abgestraft, wenn einer den Faden verliert.

Die aktuelle DSC-Saison ist gekennzeichnet durch aberwitzige Aussetzer, verpasste Möglichkeiten, fehlende defensive Autorität und einen Mangel an spielerischem Reichtum. So flogen jene Träume auf, in denen mit Langzeit-Trainer Saibene mittelfristig die 1. Liga angepeilt wird. Die harsche Realität macht auch vor der schönsten Illusion nicht halt.

Kommentare

Bravo Michi, Michi....

Unfassbar Michi und das von mir...Arabi hat seine letzte Patrone fallen lassen und die Trommel ist leer...sichtbar gegen Heidenheim.Jetzt kommt Sheriff Neuhaus und will nachladen...Arabis Patronen passen aber nicht in Uwes Colt... verdammte Axt...und nun?Der Neuhaus ist zu blöd zum nachladen,der Verdacht liegt ja nahe...Ohne Neuverpflichtungen für Uwe,wird es zum Rohrkrepierer..dieses Duell.Arabi hat es voll im Griff und Jeff war seit 8Jahren der erste Trainer,der es ihm auf dem Platz gezeigt hat...Samir,Du hast alles eingekauft,nur keine Fussballer,mit Qualität..

Die Sache mit der Illusion

Grundsätzlich stimme ich dem Kommentar von Herrn Kröger voll zu, auch in der Härte. Allein, der Traum von einer langfristigen Zusammenarbeit mit einem Trainer wird woanders - wenn auch selten - durchaus gelebt, zur Realität gemacht. Und das erfolgreich. Und das auf unterschiedlichsten sportlichen und wirtschaftlichen Leveln: Freiburg unter Finke und HEUTE Streich, Mainz unter Klopp, Arsenal London unter Wenger, Heidenheim unter Schmidt. Es besteht also kein Grund, dieses Ideal in Bielefeld vorschnell zur Illusion zu erklären. Da kippt die Abgeklärtheit des Beobachters in Resignation um.
Saibene ist nun Geschichte. Im Kampf der Deutungen um den Schwarzen Peter (Saibene oder Arabi, wie viele meinen) sollte beachtet werden, dass nur - einzig und allein - Saibene es in fast 8 Jahren Arabi vermochte, den von Arabi zusammengestellten Kader erfolgreichen und zugleich teilweise ansehnlichen Fussball spielen zu lassen und das über fast 1,5 Jahre. Das spricht für mich gegen Arabi und den Kader und für Saibene.

Wie wahr

Man kann nur hoffen, dass die DSC Verantwortlichen nach dieser Pflichtlektüre Selbstreflektion üben und das neue Jahr mit geschärftem Blick angehen. Nichts sehen zu wollen bedeutet, sich dringender Korrekturen zu verschließen. Damit wird man jedoch seiner Verantwortung vor denen, die den Verein massiv unterstützt haben, nicht gerecht. Denn diese haben einen Anspruch darauf, dass jeder seinen Job macht. Und dass bedeutet auch, unangenehme Personalentscheidungen zu treffen. Den Trainer zu entlassen, ist Aktionismus und zeigt lediglich, dass das Kernproblem nicht erkannt wurde. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Jeff Saibene lediglich ein Bauernopfer war, das von einem Kollektivversagen der Gremien ablenken sollte. Wahrlich kein Ruhmesblatt.

Gelungen

Sehr guter Kommentar Herr Kröger.Ein frohes Fest und hoffentlich kommen alle Entscheider noch zum richtigen Entschluss in der Zeit der Besinnung...

4 Kommentare

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