Mi., 09.01.2019

Kommentar zu Trump und der Südgrenze Absurdes Theater

Donald J. Trump.

Donald J. Trump. Foto: dpa

Von Thomas J. Spang

Donald Trump missbraucht die Bühne des Oval Office für ein Stück absurdes Theater. Er spricht von einer »Krise« an der Südgrenze zu Mexiko. Doch diese Krise gibt es nicht.

Tatsächlich ist die Zahl der illegalen Grenzgänger auf das niedrigste Niveau seit 45 Jahren gefallen. Die Zahl der Festnahmen sank von 1,6 Millionen zur Jahrtausendwende auf 400.000 im Jahr 2017. Trump lieferte nicht einen Beweis für seine Behauptung, 4000 Terroristen kämen über die Südgrenze. Laut Statistik seines eigenen Außenministeriums nahmen die Grenzbeamten dort nicht einen einzigen Terroristen fest. Der Präsident garnierte seine zehn Minuten an Falsch- und Halbwahrheiten mit selektiven Horror-Geschichten. So polemisieren Hetzer, die Minderheiten einen schlechten Charakter anhängen wollen.

In einem hat Trump allerdings Recht. Die Situation an der Grenze sei »eine Wahl zwischen richtig und verkehrt, gerecht und ungerecht«. Wohl wahr. Wer Flüchtlingskinder aus den Armen ihrer Mütter reist, sie in Käfige sperrt, Regierungsbedienstete mit Lohnentzug abstraft und mit der Ausrufung eines Notstands kokettiert, hat seine Wahl getroffen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6308924?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F