So., 13.01.2019

Ein Kommentar zu den Razzia gegen kriminelle Familien Marathon

Die Razzia gegen kriminelle Familien in NRW.

Die Razzia gegen kriminelle Familien in NRW. Foto: dpa

Von Hilmar Riemenschneider

Es ist ein bizarres Bild: Junge Leute im Partydress stehen in der Disco Polizisten in schwerer Montur gegenüber. Mitten ins Amüsierleben des Ruhrgebiets setzt der Staat mehr als nur Nadelstiche. Es soll den kriminellen Clans wehtun, dass ihre Geschäfte genau dann gestört werden, wenn sie richtig boomen.

Natürlich muss man – als Lehre aus den Blitzmarathons gegen Raser – gerade bei derart groß konzipierten Polizeiaktionen immer hinterfragen, ob der Aufwand angemessen ist. Für den Moment kann man das aber bejahen. Zu lange konnten sich die Clan-Strukturen unbeachtet entwickeln. Strukturen, in denen staatliches Recht nichts zählt und bei denen jede Haftstrafe Mitglieder in der Hierarchie aufsteigen lässt, wie es Essener Fahnder beobachtet haben. Höchste Zeit, dass der Staat sich Geltung verschafft.

Das ist keine leichte Aufgabe. Denn mit dem wachsenden Druck werden sich die Clans in andere Städte verlagern. Innenminister Herbert Reul weiß das. Polizei und den kommunalen Behörden steht im Kampf gegen Clans noch ein echter Marathon bevor.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6319011?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F