Mo., 14.01.2019

Kommentar zum Brief des Paderborner Erzbischofs Über die Rolle der Frau

Erzbischof Hans Josef Becker.

Erzbischof Hans Josef Becker.

Von Matthias Band

Zugegeben, mit der Adressierung des Briefes nur an die Männer in den katholischen Haushalten hat sich das Erzbistum Paderborn keinen Gefallen getan. Die Kritik war heftig und berechtigt. Die neue Marketingleiterin des Erzbistums hat diesen Fehler aber eingeräumt und sich dafür entschuldigt.

Viel wichtiger ist die Tatsache, dass das Erzbistum offenbar wirklich neue Wege geht und ei­nen Dialog mit den Gläubigen anstrebt – was angesichts des Missbrauchsskandals auch dringend geboten ist. Mit dem Brief, der erstmals verschickt wurde, hat Hans-Josef Becker den ersten Schritt gemacht. Und in der Diskussion um die Adressen geht es ja nicht nur darum, dass die Namen der Frauen fehlten, sondern vielmehr um die Rolle der Frau in der katholischen Kirche insgesamt. Vielerorts sind sie es, die das Gemeindeleben gestalten und viele Ehrenämter inne haben.

Dieses Engagement steht im Widerspruch zu dem, was die Kirche ihnen an Verantwortung zugesteht. Außer dem Vertrauensverlust durch den Missbrauchsskandal und der Diskussion um den Zölibat ist das die größte Herausforderung, der sich das Erzbistum und die katholische Kirche stellen müssen.

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