So., 10.02.2019

Kommentar zu Nord Stream 2 Deutsche Sonderwege

Ein Mitarbeiter prüft tonnenschwere Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2 .

Ein Mitarbeiter prüft tonnenschwere Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2 . Foto: dpa

Von Andreas Schnadwinkel

Zu lange hat die Bundesregierung in Nord Stream 2 ein rein wirtschaftliches Projekt zwischen Deutschland und Russland gesehen. Über politische Bedenken der Bündnispartner in Europa und den USA ist man hinweggegangen – aus Eigeninteresse.

Und dieser nationale Energie-Egoismus nimmt nach dem beschlossenen Kohleausstieg analog zum Gasbedarf zu.

Seit Fukushima geht Deutschland energiepolitisch einen Sonderweg: Dem Ausstieg aus der Atomkraft folgt das Ende der Kohle, und diese Energiewende hin zu Wind und Sonne kann nur mit mehr Gas abgesichert werden. Nun ist es nicht so, dass Russland der einzige Lieferant wäre. Knapp die Hälfte der Gasimporte kommen von dort, den Rest liefern die Niederlande und Norwegen.

Die Abhängigkeit ist gegenseitig: Deutschland braucht das Gas, und Russland braucht das Geld. Auch deswegen betrachtet man sich als verlässliche Partner.

Doch die Argumentation der USA lässt sich nicht widerlegen: Warum sollte Amerika Europa vor Russland beschützen, wenn die Russen mit deutschem Geld ihr Militär aufrüsten und sich davon Polen und Balten bedroht sehen?

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