Mo., 11.02.2019

Kommentar zu Portugal Ein Neustart – immerhin

Mario Centeno, Wirtschaftsminister von Portugal und Vorsitzende der Eurogruppe, spricht mit Euklid Tsakalotos (links), Finanzminister von Griechenland, und Klaus Regling, Geschäftsführer des EMS.

Mario Centeno, Wirtschaftsminister von Portugal und Vorsitzende der Eurogruppe, spricht mit Euklid Tsakalotos (links), Finanzminister von Griechenland, und Klaus Regling, Geschäftsführer des EMS. Foto: dpa

Von Detlef Drewes

Portugal ist, das haben die Euro-Finanzminister am Montag festgestellt, weit von einem Land entfernt, in dem Milch und Honig fließen. In Lissabon bestreitet auch niemand, dass die Erfolge von der guten Konjunktur und dem Anleihe-Aufkaufprogramm der Europäischen Zentralbank begünstigt wurden.

Und noch ist nicht absehbar, ob das Experiment nachhaltig gelingt, wenn jene Menschen auf die Straße gehen, die mit einem Lohnstopp auskommen, aber höhere Preise zahlen mussten. Dennoch hat die Regierung etwas verstanden, was in Griechenland ganz sicher falsch gelaufen ist: Man kann ein Land nur mit den Menschen reformieren, nicht aber gegen sie.

Natürlich ist das Konzept von António Costa umstritten, weil er den Bürgern suggeriert hat, sie hätten mehr Geld in der Tasche, was aufgrund der angehobenen indirekten Steuern nie der Fall war. Aber Costa nahm den Menschen den Frust über die Unfähigkeit der Politik. Und er machte damit die Rechtspopulisten in Portugal mundtot. Dieses Projekt ist noch nicht im Ziel. Aber das schmälert den gelungenen Neustart nicht.

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