Kommentar zur türkischen Drohung gegen deutsche Urlauber
Vorsicht ist geboten

Noch ist das deutsch-türkische Verhältnis nicht wieder so extrem angespannt wie 2017, als der damalige Außenminister Sigmar Gabriel von deutscher Seite eine neue Eskalationsstufe zündete: Seinerzeit verkündete der SPD-Mann unter anderem deutlich verschärfte Sicherheitshinweise für Reisen in die Region als Reaktion auf die Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner und anderer. Soweit ist es noch nicht.

Mittwoch, 06.03.2019, 21:00 Uhr
Istanbul: Eine Frau blickt aus ihrem Fenster hinter einem Banner des türkischen Präsidenten Erdogan hervor, nachdem Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung der Regierungspartei AKP aufgetreten ist. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa
Istanbul: Eine Frau blickt aus ihrem Fenster hinter einem Banner des türkischen Präsidenten Erdogan hervor, nachdem Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung der Regierungspartei AKP aufgetreten ist. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Aber die Drohung des türkischen Innenministers steht im Raum, deutsche Urlauber bei der Einreise festnehmen zu lassen, wenn sie an regierungskritischen Demonstrationen nicht nur der verbotenen PKK teilgenommen haben. Geraten Erdogan und seine Leute innenpolitisch unter Druck, suchen sie sich einen Sparringspartner. Am liebsten Deutschland.

Ende März finden in der Türkei Kommunalwahlen statt und der Partei des Präsidenten drohen erhebliche Verluste. Da sollen starke Worte ablenken. Die Bundesregierung wäre gut beraten, jetzt zügig präventiv zu handeln und auf den diplomatischen Kanälen Ankara sehr deutlich vor Willkür zu warnen.

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