Mi., 13.03.2019

Kommentar zur »Kinderfrei«-Debatte Toleranz hilft

Lehrerin Verena Brunschweiger möchte sich nicht für Kinderlosigkeit rechtfertigen.

Lehrerin Verena Brunschweiger möchte sich nicht für Kinderlosigkeit rechtfertigen. Foto: dpa

Von Ingo Steinsdörfer

Wenn Verena Brunschweiger fordert, »kinderfreie Frauen müssen von ihrem schlechten Ruf befreit werden« , so hat sie durchaus Recht. Mit der Erfahrung, sich ständig dafür rechtfertigen zu müssen, kein Kind zur Welt gebracht zu haben, steht sie alles andere als alleine da.

Welche Ursache, welcher Grund auch immer hinter einer Kinderlosigkeit steckt: Inquisatorische Nachfrage zeugt von wenig Fingerspitzengefühl, trifft sie doch bei den »bewusst kinderfreien« ebenso wie bei jenen mit unerfülltem Kinderwunsch einen empfindlichen Nerv. Platt nachzufragen oder gar zu kritisieren ist einfach übergriffig.

Falsch ist auch nicht ihr Hinweis auf die Umweltproblematik: Das explosive Wachstum der Weltbevölkerung und die Auswirkungen aufs Klima gehören zu den Zukunftsfragen.

Mit der Radikalität ihrer Ansage allerdings verstört Brunschweiger. Lebensentwürfe und Lebenswege sind unterschiedlich. Und ein Leben ohne Kinder ist für viele kein Leben – so wie es für sie selbst anders herum gilt. Gegenseitige Schmähungen bringen niemanden weiter. Toleranz aber schon.

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