Mi., 20.03.2019

Kommentar zu Missbrauchfall Lügde Kein Grund zum Feiern

Die Behausung von Andreas V. (56).

Die Behausung von Andreas V. (56). Foto: Christian Althoff

Von Christian Althoff

Was muss in den Eltern der missbrauchten Kinder vorgehen, wenn sie realisieren, dass ihren Kleinen das Erlebte erspart geblieben wäre, hätten Polizei und Jugendamt richtig gearbeitet?

Die meisten Missbrauchsverbrechen in Lügde , das sollen die Ermittlungen ergeben haben, fanden nach 2016 statt. Zu einem Zeitpunkt also, als Hinweise auf den Hauptbeschuldigten bereits in den Akten standen. Unfassbar, dass Andreas V. trotzdem unbehelligt weitermachen konnte. Doch es gibt noch eine Steigerung: Der Jugendamtsleiter machte die Akte des Pflegekindes nachträglich »lesbarer«, und eine Mitarbeiterin löschte einen Text, den man als Hinweis auf die Pädokriminalität des Pflegevaters hätte ansehen können.

Vor diesem Hintergrund fällt es immer schwerer, das spurlose Verschwinden von 155 CDs und DVDs des Hauptbeschuldigten bei der Kripo in Detmold als bloße Schlamperei zu werten. Doch der Ernst der Lage scheint nicht allen bewusst. So überlegt die Polizeiführung in Detmold gerade, ob man nicht ein internes Sommerfest veranstalten und den Innenminister einladen sollte. Falsche Priorität!

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