Di., 26.03.2019

Meinung Der Staat greift durch

Marvin N. (l) und Hamdi H. (r) stehen in einem Gerichtssaal und warten auf ihr Urteil.

Marvin N. (l) und Hamdi H. (r) stehen in einem Gerichtssaal und warten auf ihr Urteil. Foto: dpa

Von Hagen Strauß

Auch in den drei Jahren nach dem katastrophalen Unfall auf dem Berliner Kurfürstendamm, auch nach dem ersten Mord-Urteil und während der Neuauflage des Raser-Prozesses gab es illegale Autorennen auf deutschen Straßen. Gerade erst in Hamburg mit einem Toten. Es gibt Unbelehrbare, die es nicht begreifen wollen oder können. Denen die PS unter dem Hintern wichtiger sind als die Gesundheit und das Leben anderer. Ganz wird man das wohl nicht verhindern können.

Trotzdem ist die Szene nach dem gestrigen Urteil gewarnt. Illegale Autorennen sind durch den erneuten Richterspruch vom Kavaliersdelikt zum Kapitalverbrechen geworden. Das ist ein Quantensprung, eine völlig andere Hausnummer als eine Geldbuße, ein paar Punkte in Flensburg und ein überschaubares Fahrverbot.

Die bisherigen Strafen haben die Raser, falls sie erwischt wurden, mit einem Lächeln ausgesessen oder sie haben sie ignoriert. Nun greift der Staat durch. Man kann nur hoffen, dass dieses Signal auch von vielen bislang Unbelehrbaren verstanden wird.

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