Kommentar zum Fall Lügde
Wachgerüttelt

Nach der Pannenserie im Missbrauchsfall Lügde geht es bei der NRW-Landesregierung jetzt Schlag auf Schlag. Erst kündigt Innenminiser Herbert Reul (CDU) an, die Arbeitsabläufe bei der Bearbeitung von Missbrauchsfällen in allen Polizeibehörden überprüfen zu lassen und spricht dabei von »strukturellen Defiziten«.

Donnerstag, 28.03.2019, 21:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Tags darauf meldet sich Familienminister Joachim Stamp (FDP) und kündigt an, die Zahl der Fälle, die ein einzelner Jugendamtsmitarbeiter bearbeiten darf, zu begrenzen und neue Regeln für die Zusammenarbeit von Jugendbehörden aufzustellen. Keine Frage: Der Fall Lügde hat die Politik wachgerüttelt. Das war auch überfällig.

Die Untaten von Lügde und das Behördenversagen lassen sich damit nicht mehr ungeschehen machen. Was aber nicht heißt, dass Politik und Behörden nichts aus Fehlern lernen sollten. Deshalb darf es jetzt nicht bei Ankündigungen bleiben. Sollen die Jugendämter endlich so arbeitsfähig gemacht werden, wie es Experten schon lange fordern, dann wird das in den Kreis- und Stadtverwaltungen zu erheblichen Personalaufstockungen kommen müssen. Da muss dann auch der Finanzminister tätig werden.

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