Do., 04.04.2019

Meinung Beruf und Berufung

Die Zahl der Beschäftigten im Pflegesektor in Ostwestfalen-Lippe wird auf 90.000 Personen geschätzt.

Die Zahl der Beschäftigten im Pflegesektor in Ostwestfalen-Lippe wird auf 90.000 Personen geschätzt. Foto: dpa/Bodo Marks

Von Bernhard Hertlein

Kommt nach dem Gute-Kita-Gesetz jetzt die Gute-Pflege-Region OWL ? Man mag sich über den Titel lustig machen. Aber eine gute Sache braucht nun mal einen einprägsamen Namen.

Der gute Name beantwortet allerdings noch nicht die Frage, was ein regionales Netzwerk überhaupt dazu beitragen kann, die Pflege zu verbessern. Schließlich werden Tarifverträge, vor allem aber die Gesetze, die die Qualität der Pflege und die Situation der Beschäftigten regeln, anderswo gemacht.

Insofern ist es zu begrüßen, dass sich mit An­dreas Westerfellhaus und André Kuper auch zwei führende Vertreter von OWL in der Bundes- und Landespolitik als Pflegebotschafter zur Verfügung stellen. Da kann man davon ausgehen, dass sie die Anliegen aus dem Netzwerk auch nach Düsseldorf und Berlin tragen werden.

Dessen ungeachtet gibt es eine Aufgabe, für die OWL Motor und Fahrwerk zugleich sein kann: die Schaffung von Ausbildungsplätzen und die Motivierung Jugendlicher, in der Pflege Beruf und Berufung zu finden. Gelingt dies, sind alle anderen Verbesserungen leichter durchzusetzen.

 

Kommentare

Mehr Personal, weniger Stress

Hallo K. Grote, an Ihrem Hinweis ist viel Wahres. Allerdings denke ich, dass es nicht allein um Geld geht. Und Verbesserung der Arbeitsbedingungen hängt doch auch sehr mit mehr Personal zusammen.

Ausgebildete Pflegekräfte auch im Beruf halten!

Dieser Tage ist viel darüber zu lesen, wie es Geld gelingen kann, junge Menschen für eine Pflegeausbildung zu begeistern. Was mir fehlt, ist der Aspekt, wie die ausgebildeten Pflegekräfte anschließend im Beruf gehalten werden, auch dafür, wie älter werdende Pflegekräfte adäquat am Arbeitsplatz eingesetzt werden können, gibt es kaum Ideen. Und ja, es hat Gehaltserhöhungen gegeben, diese gleichen jedoch gerade die allgemeine Inflations- und Teuerungsrate aus und die Löhne sind im Vergleich zu ähnlich qualifizierten Berufsgruppen im Wirtschaftssektor nicht angemessen. Geld ist nicht alles, aber es ist auch zu berücksichtigen, dass viele Pflegekräfte in Teilzeit arbeiten, dass sie aufgrund dessen eine mickrige Rente bekommen werden und von dem niedrigen Gehalt auch keine ertragreiche private Vorsorge zahlen können. Das sind nur einige Punkte, es gibt noch weitere, die ich aufzählen könnte, die in politischer Verantwortung sind und die einzelnen Krankenhäuser nicht allein lösen können.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6517943?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F