So., 14.04.2019

Kommentar zur Masern-Impfpflicht Schutz für alle

Eine Arzthelferin bereitet in einer Arztpraxis eine Masernimpfung vor.

Eine Arzthelferin bereitet in einer Arztpraxis eine Masernimpfung vor. Foto: dpa

Bielefeld (WB). Zwar handelt die übergroße Mehrzahl der Eltern verantwortungsbewusst. Nach neuesten Untersuchungen haben immerhin fast 93 Prozent der Erstklässler einen umfassenden Masern-Schutz. Doch zur Ausrottung der gefährlichen Krankheit muss die Quote mindestens bei 95 Prozent liegen. Also kann die Konsequenz nur eine Impfpflicht sein.

Ja, eine solche Pflicht birgt rechtliche Tücken. Und ja, es gibt auch Gegenargumente. Skeptiker führen vor allem die Impfstoffe ins Feld, die angeblich mindestens so gefährlich seien wie die Masern selbst. Im Internet kursieren dazu abschreckende Beispiele. Doch sie stehen für ein äußerst seltenes Phänomen. Untersuchungen zufolge kommen auf 16 Millionen Impfstoffdosen sieben schwerste Komplikationen. Umgekehrt jedoch stirbt in den Industrie-Staaten einer von 1000 Masern-Infizierten. Die Gefahr, durch Impfverweigerung zu Schaden kommen ist also sehr viel größer als die Impfung zu ertragen.

Und es geht vor allem auch um Gruppen wie chronisch Kranke oder ganz junge Säuglinge, die nicht geimpft werden können. Ihr Masern-Schutz ist vom maximalen Selbstschutz der anderen abhängig.

 

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