Mi., 24.04.2019

Kommentar zu Boris Palmer Kein Vorbild

Boris Palmer.

Boris Palmer. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Von Ingo Steinsdörfer

Dass sich Alexander Gauland – Stichwort Boateng – melden würde, um Boris Palmer für dessen Kritik an der Bahn-Werbekampagne zu danken, war leicht vorauszusehen. In der Definition von deutsch sind sich Populismus rechts und Populismus grün einig: Ein Mann dunkler Hautfarbe – wie kann der für die Deutsche Bahn werben?

Nun, er kann. Ebenso wie eine Tochter türkischer Eltern und ein ehemaliger finnisch-deutscher Weltmeister. Sie alle sind Deutsche, schon weil sie den deutschen Pass besitzen. Fernsehkoch Nelson Müller, Moderatorin Nazan Eckes, Rennfahrer Nico Rosberg – sie alle sind Sympathieträger und mit ihrem öffentlichen Auftreten ausgewiesene Integrationsförderer, ja Vorbilder.

Wenn die Bahn solche Menschen in den Mittelpunkt ihrer Werbung stellt, ist das gut in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Hetze, längst nicht mehr nur im Internet, die Spaltung der Gesellschaft betreiben. Dass der Grüne Boris Palmer sich zum Stichwort- und Alibigeber dieser Leute macht, ist eine Schande. Er ist kein Vorbild. Sein »ich wurde falsch verstanden« hilft nicht mehr.

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