So., 19.05.2019

Kommentar zum ESC Blutleer

Carlotta Truman (links) und Laurita Spinelli vom Duo S!sters.

Carlotta Truman (links) und Laurita Spinelli vom Duo S!sters. Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Von Matthias Meyer zur Heyde

Alle 32 Punkte für das deutsche ESC -Lied wurden von den Länderjuroren vergeben. Kein einziges Pünktchen kam aus dem Publikum. Braucht es mehr, um zu illustrieren, warum auch dieser Beitrag scheiterte?

»Ich bin müde«, heißt es im Liede. »Zu müde für einen Wettbewerb.« Worte eines Eremiten in der Wüste. Aber von zwei jungen Frauen? Wenn ich zu müde bin, was will ich dann bei einem Sängerfest?

Thomas Schreiber hält das müde Lied gar für einen Beitrag zur »Me too«-Debatte. Ach du lieber Gott. Schreiber ist Strippenzieher für die deutschen ESC-Lieder und Unterhaltungskoordinator bei der ARD. Er koordiniert Debatten und nennt das Ergebnis Unterhaltung. Einem der Songschreiber zufolge ist »S!sters« ein sinnbildliches Gespräch zweier Frauen über Female Em­powerment. Sinnbildlich. Em­powerment. Geht’s noch blutleerer? Pralles Leben geht anders.

So aber geht’s gar nicht: Die Isländer glaubten, sie müssten in Tel Aviv Israels Todfeinde pushen, die Palästinenser. Ganz schlechter Stil. Ob sie sich auch trauen würden, unter Israels Flagge vor Palästinensern zu singen?

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