Meinung
Eine Frage der Kultur

Wenn es um die Angemessenheit von Managergehältern geht, besteht schnell die Gefahr, in eine Neiddebatte abzudriften. Deshalb eines vorneweg: Gute Arbeit muss gut bezahlt werden. Das gilt auf jeder Ebene – in der Chefetage genauso wie in der Werkhalle.

Dienstag, 11.06.2019, 21:29 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 22:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Nichtsdestotrotz darf – nein muss – die Frage nach der Lohngerechtigkeit gestellt werden. Unternehmen tun gut daran, sich der Signalwirkung an die eigene Belegschaft, aber auch an Kunden und Geschäftspartner bewusst zu sein. Viel zu oft entsteht der Eindruck, dass Spitzenkräfte fürstlich entlohnt werden – selbst wenn die breite Masse mit Einschnitten oder Stellenabbau konfrontiert wird. Und für Fehler müssen die Chefs nur selten gerade stehen oder in schlechten Zeiten in gleichem Maße Einbußen hinnehmen. Der VW-Konzern ist mit dem Abgasskandal ein Paradebeispiel dafür.

Im Sinne einer guten Firmenkultur ist eine Bindung der Chefgehälter an ein bestimmtes Vielfaches des Durchschnittslohns der Beschäftigten reizvoll. Ein bisschen mehr oder Boni für alle ist in diesem Fall besser als viel mehr nur für einen.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 12.06.2019 10:52
Eine Frage der Kultur
Was hat das mit Kultur zu tun, wenn ein Manager eines Automobilkonzerns wahrend seiner "Amtszeit" 80 Millionen Euro bekommt. Er aber gleichzeitig in dieser Zeit den "Börsenwert" des Unternehmens fast halbiert. Oder ein Bankvorstand eine Bank ruiniert und dann noch so dreist ist, eine Millionenabfindung gerichtlich fordert? Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch gestaltend hervorbringt. Abzocke hat nichts mit Gestaltung zu tun, sondern ist eher im Bereich der Kriminalität anzusiedeln.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6683775?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Liga muss sich gedulden - Vorerst Absage für Fan-Rückkehr
Wegen der Corona-Krise bleiben die Zuschauertribünen in den Fußball-Stadien vorerst leer.
Nachrichten-Ticker