Do., 13.06.2019

Kommentar zum Thema Krankenkassen Der Speck muss weg

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Andreas Kolesch

Krankenkassen in den roten Zahlen: Da schrillen die Alarmglocken. Steigen jetzt wieder die Beiträge? Bevor diese Sorge nun den Blutdruck der Versicherten in ungesunde Höhen treibt: Soweit ist es noch lange nicht. Im Gegenteil.

Die meisten Krankenkassen haben sich dank der bislang bombastischen Konjunktur ein beträchtliches Finanzpolster verschaffen können. Die Rücklagen belaufen sich auf das Vierfache der gesetzlichen Vorgabe. Kein Wunder, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Kassen eine Schlankheitskur verordnet hat. Der Speck muss weg: Kassen mit besonders hohen Reserven sollen ihre Rücklagen ab 2020 binnen drei Jahren senken. Insofern sind Verluste sogar erwünscht – und die Versicherten profitieren von sinkenden Beiträgen, zumindest aber von besseren Leistungen.

Das alles gilt allerdings nur, solange die Wirtschaft in Deutschland weiter auf Hochtouren läuft. Bereits absehbar sind steigende Ausgaben wegen der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. Die Politik sollte sich also davor hüten, den Kassen immer neue Leistungen abzuverlangen. Denn langfristig werden die kaum zu bezahlen sein.

 

Kommentare

Es gibt jedoch eine Gruppe, für die....

die Beitraege nicht gesunken sind und auch nicht sinken werden, sondern sich eines mächtigen und andauernden Höhenfluges erfreuen.

Menschen die länger als 1 Jahr arbeitslos sind und kein Hartz IV bekommen, weil sie gespart haben.

(Sogenannte Arbeitslose ohne Leistungsbezug)

Diese muessen/duerfen/können sich freiwillig in der Gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichern.

Wie bei bei jedem Anderen wird der Beitrag aus dem Einkommen mit dem Allgemeinen Versicherungssatz berechnet.

Kleinselbststaendige zahlen durch das Versichertenentlastungsgesetz nun monatlich nur noch die Hälfte wie in den Jahren zuvor. Nicht-Hartzer bezahlen genausoviel; mit PV und Zusatzversicherung 191 Euro monatlich.

Hat man kein oder nur ein geringes Einkommen, wird ein fiktives (erfunden/irreal) Einkommen in Höhe von zur Zeit ungefaehr 1035 Euro herangezogen, auch wenn man real gar kein Einkommen hat.

Ich finde das sehr ungerecht und habe deshalb die Petition „ÄNDERUNG DES MINDESTBEITRAGS FÜR ARBEITSLOSE OHNE LEISTUNGSBEZUG IN DER G. KRANKENKASSE“ ins Leben gerufen.

Es fühlt sich nur leider so gut wie niemand betroffen.

Zum Schulterzucken. Was ist da nur los?

1 Kommentare

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