Fr., 21.06.2019

Kommentar zu bedrohten Politikern Wo es weh tut

Der ermordete Regierungspräsident Walter Lübcke.

Der ermordete Regierungspräsident Walter Lübcke. Foto: dpa

Von Hagen Strauß

In einer Gesellschaft, in der viele inzwischen glauben, nur ihre Meinung sei die richtige, und in der häufig mehr gehetzt als diskutiert wird, verwundert es nicht, dass auch Kommunalpolitiker immer öfter Anfeindungen erleben. Sie sind die, die vor Ort die Entscheidungen treffen, sie sind das schwächste Glied in der politischen Kette.

Oft ehrenamtlich tätig, verwurzelt in ihren Gemeinden, jederzeit sicht- und auch ansprechbar. Sie haben keinen Schutz wie Merkel, Maas & Co. Umso perfider ist es, wenn über sie Kübel von Beschimpfungen bis zu Drohungen ausgeschüttet werden.

Inzwischen muss man froh sein, dass sich überhaupt noch Menschen finden, die sich nicht einschüchtern lassen und eine solche Aufgabe übernehmen.

Die rechtsextreme Szene macht mobil, sie weiß, wo sie ansetzen muss. Das können sich Staat und Gesellschaft aber nicht gefallen lassen. Der Staat muss jetzt zügig zeigen, dass er wehrhaft ist.

Auch jeder Bürger kann etwas tun – nämlich seine Kommunalpolitiker in ihrer Arbeit bestärken. Selbst dann, wenn man mit Entscheidungen vielleicht nicht einverstanden ist. Zuspruch von anderen tut gut und kann stark machen.

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