Mo., 24.06.2019

Kommentar zu Minijobs Die Fronten wackeln

Vor allem die Gebäudereiniger spüren zunehmend die Nachteile der großen Zahl atypischer Beschäftigungsverhältnisse in ihrer Branche.

Vor allem die Gebäudereiniger spüren zunehmend die Nachteile der großen Zahl atypischer Beschäftigungsverhältnisse in ihrer Branche. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Gewerkschaften und Sozialpolitiker sind dagegen, Ar­beitgeber und Betroffene selbst dafür. Beim Thema Minijob stehen die Fronten wie eh und je.

Wirklich? Zumindest auf der Arbeitgeberseite gibt es mit den Gebäudereinigern eine Gruppe, die zunehmend auch die Nachteile der großen Zahl atypischer Beschäftigungsverhältnisse in ihrer Branche spürt – und darunter leidet. Denn so komfortabel und günstig es auf den ersten Blick erscheint, die Beiträge zu Sozialversicherungen und ans Finanzamt pauschal abführen zu können, so setzen dann doch die Probleme ein, wenn die eigenen Minijobber in einem weitgehend leergefegten Arbeitsmarkt die gewünschte Mehrarbeit verweigern. Gründe dafür gibt es viele: zum Beispiel, weil dann andere Zuwendungen geringer ausfallen. Vielleicht aber auch, weil die Familie – die Kinder, pflegebedürftige Eltern – mehr Abwesenheit nicht zulassen.

Im Alter rächt sich der Minijob

Für die Betroffenen – meistens Frauen – rächt sich der Minijob im Alter, wenn die kleine Rente kaum zum Leben reicht. Schon deshalb gehören die Fronten abgebaut – und die Minijobs abgeschafft.

Kommentare

Nachtrag

Man muss sich das mal ueberlegen. Jetzt ist es so nach der Vorstellung vieler Politiker, dass ausgerechnet die, die wenig Geld haben und auch keine Betriebsrente bekommen werden, also die, die es gar nicht können, noch privat vorsorgen sollen. Man nimmt in Kauf, dass viele in die Grundsicherung gehen oder zu Aufstockern werden. Und warum? Damit die, die viel Glück aber auch Fleiss im Leben gehabt und aufgebracht haben, ein bisschen mehr Rente bekommen und die, die gar nie eingezahlt haben als Beamte im Vergleich eine exorbitante Pension bekommen. Auch wenn Letztere behaupten, dass wuerde der Staat brutto bei denen berücksichtigen. Sei es wie es ist, es ist krank und viel viel ungerechter als eine Einheitsrente für alle sein könnte. Bei Lichte spricht gar nichts dagegen. Nichts!

Oder die Gesetzliche Rentenversicherung



....von grundauf sanieren.

Gaebe es eine Einheitsrente von Netto 1500 Euro (also nach Krankenkasse und Steuern) ab 63 fuer jeden (bei einem Paar dann 2 * 1500 Euro) unabhaengig der Erwerbsbiographie, gaebe es viele dieser Probleme gar nicht. Dann könnte und wuerde man/frau nämlich ausschliesslich arbeiten gehen, um etwas für den Lebensunterhalt zu verdienen. Bei Alleinverdienerfamilien haette eine Scheidung nicht so dramatische Folgen. Jemand der Gutverdiener war, könnte auch mal einen geringfügiger dotierten Job annehmen ohne Angst vor Altersarmut zu haben. Viele, viele Vorteile. Der Mehrheit der Rentner wuerde es besser gehen als jetzt. Jemand der gut verdient kann zusaetzlich noch privat vorsorgen.

Man darf nicht vergessen, die Gesetzliche Rentenversicherung ist genau wie die Gesetzliche Krankenversicherung eine Sozialversicherung in der Solidargemeinschaft und eben kein eigenes Konto wie bei einer Versorgungskasse. Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung bekommt nicht der eine im Versicherungsfall abhaengig von Höhe und Menge der bis Dato geleisteten Beitraege eine Plastik- oder eine Platinhüfte.

Bei der Rentenversicherung hingegen meint man, es muesse nach dem Aequivalenz- bzw. Leistungsprinzip gehen. D.h. jemand der lange viel eingezahlt müsse auch mehr herausbekommen, also eine monatliche höhere Rente bekommen. Das würde aber voraussetzen, dass alle gleich lange Rente bekämen!, denn sonst ist genau dieses System ungerechter als wenn es eine Einheitsrente gäbe. Es ist ungerechter, weil gerade die, die weniger verdienen, oft kürzer leben und damit weniger lange eine kleinere Rente bekommen.

Ferner sollten auch alle in dies System einzahlen, also auch Beamte, Richter, Kuenstler, Rechtsanwaelte,...

Ich hab es mal durchgerechnet. Es wuerde um jaehrlich 100 Mrd. Euro mehr kosten. Es gaebe aber auch höhere Einnahmen. Ferner würden die nun reicheren Rentner auch mehr ausgeben. Auch jetzt schon ist die Rente zu einem großen Teil steuerfinanziert.

...oder das Rentensystem...

....von grundauf saniert.

Gaebe es eine Einheitsrente von Netto 1500 Euro (also nach Krankenkasse und Steuern) gaebe es viele dieser Probleme gar nicht. Dann könnte und wuerde man/frau nämlich ausschliesslich arbeiten gehen, um etwas für den Lebensunterhalt zu verdienen. Bei Alleinverdienerfamilien haette eine Scheidung nicht so dramatische Folgen. Jemand der Gutverdiener war, könnte auch mal einen geringfügiger dotierten Job annehmen ohne Angst vor Altersarmut zu haben. Viele, viele Vorteile. Der Mehrheit der Rentner wuerde es besser gehen als jetzt.

Man darf nicht vergessen, die Gesetzliche Rentenversicherung ist genau wie die Gesetzliche Krankenversicherung eine Sozialversicherung in der Solidargemeinschaft und eben kein eigenes Konto wie bei einer Versorgungskasse. Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung bekommt nicht der eine im Versicherungsfall abhaengig von Höhe und Menge der bis Dato geleisteten Beitraege eine Plastik- oder eine Platinhüfte.

Bei der Rentenversicherung hingegen meint man, es muesse nach dem Aequivalenz- bzw. Leistungsprinzip gehen. D.h. jemand der lange viel eingezahlt müsse auch mehr herausbekommen, also eine monatliche höhere Rente bekommen. Das würde aber voraussetzen, dass alle gleich lange Rente bekämen!, denn sonst ist genau dieses System ungerechter als wenn es eine Einheitsrente gäbe.

3 Kommentare

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