Kommentar zur AfD
Höcke wird bleiben

Man darf den AfD-Funktionären nicht auf den Leim gehen, die jetzt in einem Appell dem extremen Rechtsausleger Björn Höcke Spaltungstendenzen und »Personenkult« vorwerfen. Denn kritisch mit den völkischen und rechtsnationalen Positionen Höckes setzen sich die Unterzeichner in ihrem Papier nicht auseinander. Und sie haben den Mann jahrelang gewähren lassen.

Mittwoch, 10.07.2019, 21:30 Uhr
Björn Höcke. Foto: dpa
Björn Höcke. Foto: dpa

Dadurch konnte Höcke seinen »Flügel« aufbauen und seine Stellung in der Partei festigen. Ihn wird man so schnell nicht mehr los. Einst hat Alexander Gauland seine Partei noch als »gärigen Haufen« bezeichnet, was die vielen verbalen Fehltritte von AfD-Politikern entschuldigen sollte. Doch der »gärige Haufen« ist ihm über den Kopf gewachsen. Das zeigt das Kyffhäusertreffen des »Flügels« am Samstag in Thüringen, das zeigt der NRW-Parteitag in Warburg.

Kurzum: Die AfD radikalisiert sich. Appell hin oder her. Sie ist schon lange keine bürgerlich-konservative Partei mehr, die sie ursprünglich mal gewesen ist. Das sollte jene bedenken, die mit einer Zusammenarbeit liebäugeln. Gemeint sind Politiker der Union.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 11.07.2019 07:57
Hoecke wird bleiben
Wie oft bin ich schon den Parteien, nicht nur in Deutschland, "auf den Leim", so dass mein Pessimismus kurz vor der Aufgabe stand. Die AfD, ob nun mit oder ohne Hoecke, ist nicht ein rein deutsches Problem, sondern weltweit zu beobachten. Solange unsere Eliten, wie jetzt in Brüssel und Strassburg sinnfreie Debatten führen, die wir dann eines Tages in der Chronologie des Schwachsinns finden werden, wird der Rechtsradikalismus zunehmen. Das Problem ist, dass immer mehr Menschen dem "morbus ignorantia" zum Opfer fallen werden.
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