Do., 15.08.2019

Kommentar zur Abschaffung der 1. Klasse So einfach ist es nicht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Jan Gruhn

Die Linken rufen zum Klassenkampf im Regionalzug auf. Parteichef Bernd Riexinger schlägt die Abschaffung der 1. Klasse im Nahverkehr vor. Natürlich greift er damit tief in die Populismus-Kiste. Aber wer schonmal an einem Freitagnachmittag mit einem überfüllten Regionalexpress vom Ruhrgebiet aus Richtung Ostwestfalen gefahren ist, der weiß, wie verlockend das überschaubar besetzte Premiumabteil sein kann.

Doch ganz so einfach, wie Riexinger es rüberbringt, ist es nicht. Die Verkehrswende wird nicht daran scheitern, dass auf manchen Strecken einige Plätze unbesetzt bleiben. Viel wichtiger wäre es, den derzeitigen (und künftigen) Bahnfahrern ein zuverlässiges und attraktives Nahverkehrsangebot zu machen. Ein Angebot, das zum Beispiel für Pendler eine echte Alternative zur Autofahrt darstellt.

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe will im kommenden Jahr einen neuen Nahverkehrsplan beschließen. Dazu läuft derzeit eine Online-Befragung der Bevölkerung. Jeder, so die Idee, kann Anregungen und Vorschläge machen. Es muss ja nicht gleich die Überwindung der Klassengesellschaft auf der Schiene sein.

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