Kommentar zum Vorschlag der Helm-Pflicht im Profifußball
Eine Menge Vorarbeit erforderlich

Der Vorschlag des Paderborners Klaus Gjasula klingt zunächst kurios: Helmpflicht für alle Fußballspieler im deutschen Profifußball. Das, was beim Skifahren, im Amateurboxen oder im Radsport längst dazugehört wie ein Netz am Tor, soll künftig auch in der Lieblingssportart der Deutschen zur Vorschrift werden?

Mittwoch, 21.08.2019, 20:26 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 20:30 Uhr
Klaus Gjasula hat eine Helm-Pflicht für Profifußballer vorgeschlagen. Foto: Oliver Schwabe
Klaus Gjasula hat eine Helm-Pflicht für Profifußballer vorgeschlagen. Foto: Oliver Schwabe

Da mag mancher bei dem Gedanken schmunzeln, und bevor so eine Regel greift, bräuchte es fraglos noch eine Menge Vorarbeit. Denn zunächst müssten zwei Dinge geklärt werden: Was für eine Helmart macht Sinn und wie kann gleichzeitig verhindert werden, dass sich die Sportart Fußball dadurch verändert.

Im Sinne der Gesundheit kann Gjasulas Idee allerdings niemand ernsthaft wegdiskutieren. Zumal Statistiken eindeutig belegen, dass auch im Fußball die Kopfverletzungen zunehmen. Allerdings gab es im Fußball noch keinen bekannten Profi, der nach einer schweren Schädelfraktur mit bleibenden Schäden seine Karriere beenden musste. Das war bei Skirennfahrern, Boxern oder Radprofis anders.

Deshalb gilt auch für die Helmpflicht im Fußball: Erst müssen sich schlimme Unfälle häufen, dann findet ein Umdenken statt. Anders ausgedrückt: Bevor es zumindest eine Empfehlung gibt und sich damit auch hier die Vernunft gegen alle Zweifel durchsetzt, wird es einen anderen Meister als Bayern München geben.

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