Do., 12.09.2019

Kommentar zum Missbrauchsprozess Verzweifelter Versuch

Die Angeklagten aus Bad Oeynhausen.

Die Angeklagten aus Bad Oeynhausen. Foto: Christian Althoff

Von Christian Althoff

Gerade ist die juristische Aufarbeitung des Missbrauchsfalls Lügde zu Ende, da beginnt in Bielefeld ein weiterer Strafprozess. Ein Physiotherapeut soll das Vertrauen von Eltern und kleinen Patientinnen ausgenutzt haben. Von jahrelangem schweren Missbrauch junger Mädchen ist in der Anklage die Rede.

Es spricht viel dafür, dass die Taten so geschehen sind, wie die Kinder sie bei der Kripo geschildert haben. Gestützt wird diese Annahme von tausenden sogenannter Kinderpornofotos, die bei dem Mann gefunden wurden. Fotos, die auch seine kleinen Patientinnen nackt zeigen. Dass der Angeklagte trotz dieser Beweise offenbar beabsichtigt, sein Handeln als Therapie darzustellen, ist eine Verhöhnung der mutmaßlichen Opfer.

Es ist aber auch ein verzweifelter und untauglicher Versuch, einer Strafe zu entgehen. Der Angeklagte sitzt zum ersten Mal diesem Richter gegenüber, aber der Richter nicht zum ersten Mal einem Angeklagten. Dem Gericht erzählen zu wollen, man habe die Mädchen nur mit einer speziellen Methode behandelt – das grenzt schon an eine Beleidigung der Justiz.

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