Do., 12.09.2019

Kommentar zur Altersarmut Nun mal langsam

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Andreas Kolesch

Mehr als jeder fünfte Rentner könnte künftig ins Armutsrisiko rutschen: Das klingt dramatisch. Wenn eine solche Botschaft auch noch mit dem Siegel der doch so seriösen Bertelsmann-Stiftung verbreitet wird, erhält sie zusätzliches Gewicht. Werden wir also alle im Alter am Hungertuch nagen?

Nun mal langsam. Gerade einmal jeder 33. Rentner bezieht nach Zahlen des Arbeitgeberverbands tatsächlich Leistungen aus der Grundsicherung. Selbst bei einem Anstieg dieser Quote und wären die allermeisten Rentner auch in Zukunft anständig versorgt.

Wer die Rentner der Zukunft gut abgesichert wissen will, der muss die Arbeitnehmer von heute stärken. Je weniger Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss bleiben, desto weniger Niedriglohnempfänger wird es geben. Mit zehn Euro Stundenlohn kann sich nun einmal selbst der Fleißigste keine gute Rente sichern. Es ist im Übrigen Sache der Gewerkschaften, auch in diesem Sektor für eine bessere Bezahlung zu streiten.

Menschen, die im Alter wirklich arm sind, benötigen die Fürsorge des Staates. Für staatliche Panik-Programme aber besteht kein Anlass.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6922716?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F