So., 29.09.2019

Kommentar zur Kanzlerin und der CDU-Vorsitzenden Risse im Fundament

Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer.

Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: dpa

Von Hagen Strauß

Die Debatte über die getrennten Flüge in die USA mag für Annegret Kramp-Karrenbauer »absolut befremdlich« gewesen sein. Aber auch die CDU-Chefin weiß, dass solche Dinge nicht zufällig geschehen. Kanzlerin Angela Merkel hat mal kurz gezeigt, wer noch das Sagen hat, zulasten ihrer Verteidigungsministerin. Ohne großen Aufwand, aber mit viel Wirkung. Wer anderes glaubt, ist politisch naiv.

Kramp-Karrenbauer wiederum lud am Sonntagabend ihre Stellvertreter zu sich ein, um wichtige Dinge für die Ausrichtung der CDU zu besprechen. Nun bekleidet Merkel kein Parteiamt mehr. Deswegen darf man das nicht ganz so hoch hängen. Aber die Kanzlerin ist nach wie vor diejenige, von der erwartet wird, dass sich CDU-Politik im Regierungshandeln wiederspiegelt. Im Kontext der Diskussion um die zwei Flugzeuge hätte sich Kramp-Karrenbauer im Klaren sein müssen, wie der Vorgang bewertet werden würde – als kleine Retourkutsche.

Das alles kann man nun als Spielchen abtun. Aber solche Spielchen können in der Politik große Folgen haben.

Welche, das wird sich in den nächsten Monaten noch zeigen.

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