Fr., 04.10.2019

Kommentar zu Wilke Behördenskandal

Twistetal: Heruntergelassen sind die Rolltore des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen.

Twistetal: Heruntergelassen sind die Rolltore des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Der Skandal um die nordhessische Firma Wilke, in deren Wurst Krankheitskeime gefunden wurden, entwickelt sich zum Behördenskandal . In einer Situation, in der die Gesundheit von Menschen auf dem Spiel steht, die über ein eingeschränktes Immunsystem verfügen, ist Offenheit erste Beamtenpflicht.

Stattdessen hüllen sich der zuständige Landkreis und die Sondereinheit Lebensmittelsicherheit der hessischen Landesregierung in Darmstadt in Schweigen. Der Bericht der Taskforce lässt auf sich warten, ist angeblich gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Das erinnert an ein Zitat des früheren Innenministers Thomas de Maizière: »Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.«

Wilke verkaufte außer unter dem eigenem auch unter Handelsnamen. Sie müssen schnellstmöglich veröffentlicht, die Ware selbst zurückgerufen werden. Warum wurden die Listen nicht gefunden? Und wenn es sie gar nicht gibt: Warum monierten die Kontrolleure das nicht? Und warum wurden Hygienemängel, die offenbar schon bekannt waren, nicht konsequenter verfolgt?

Ein Teil der Antworten könnte sich zu einem großen Skandal ausweiten. Bernhard Hertlein

 

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