Kommentar zur Zeitumstellung
Wer auf Umfragen hört

(WB). Ist es wirklich ein Drama, dass es der EU nicht gelingt, die Zeitumstellung abzuschaffen? Für die Menschen, die zweimal im Jahr einige Tage darunter leiden, offenkundig schon. Und scheinbar werden es mehr – zumindest in Deutschland.

Donnerstag, 24.10.2019, 21:00 Uhr
Die Bundesregierung hat sich noch nicht darauf festgelegt, ob sie bei einem Ende der Zeitumstellung für eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Bundesregierung hat sich noch nicht darauf festgelegt, ob sie bei einem Ende der Zeitumstellung für eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Für den Eindruck, dass die Zeitumstellung vor allem ein Problem deutscher Befindlichkeit sein könnte, spricht die Umfrage, die Grundlage für den Vorstoß der EU-Kommission war.

Jean-Claude Juncker hat sich von der absoluten Teilnehmerzahl der Online-Abstimmung im Sommer 2018 blenden lassen. 4,6 Millionen Leute aus 28 EU-Staaten haben mitgemacht, davon drei Millionen aus Deutschland – das sind weniger als ein Prozent der EU-Einwohner. In den meisten EU-Ländern spielt das Thema einfach keine große Rolle.

Und wenn sich bei einer Umfrage dazu im Sommer zwei Drittel für eine dauerhafte Sommerzeit aussprechen, dann mag das am Einfluss langer lauschiger Abende auf der Terrasse liegen. Fragt man die Leute im Dezember morgens um acht, wäre eine Mehrheit für die dauerhafte Normalzeit, die eben keine Winterzeit ist.

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