Fr., 25.10.2019

Kommentar zu Videos aus dem Hühnerstall Kriminell

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

In einem Land, in dem statistisch jeder etwa 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr isst, kann niemand ernsthaft annehmen, dass überall auf Tierschutz geachtet wird. Es gibt Verstöße, schlimme sogar. Und manche werden eben nicht durch Veterinäre aufgedeckt, sondern durch Tierschützer. Wie 2018 in Niedersachsen, wo Rinder bei Bewusstsein geschlachtet wurden – und Amtstierärzte untätig danebengestanden haben sollen.

Das Eindringen in Ställe und Betriebe ist illegal, keine Frage. Aber manche Haltungsbedingungen sind es eben auch. Als Verbraucher möchte man sich darauf verlassen können, dass der Staat die Einhaltung von Vorschriften zum Tierwohl konsequent überwacht. Solange er das nicht tut, wird es illegale Videoaktionen geben.

Nicht hinnehmbar ist allerdings, wenn Bauern, die sich nachweislich um den Tierschutz kümmern, von militanten Tierschützern mit zweifelhaften Vorwürfen an den Pranger gestellt werden – nur um Tierfreunde zu Spenden zu bewegen. Verleumdung als Geschäftsmodell – das ist kriminell und muss verfolgt werden.

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